{"id":663,"date":"2014-03-29T12:22:11","date_gmt":"2014-03-29T11:22:11","guid":{"rendered":"http:\/\/studieren-ohne-grenzen.org\/wordpress\/?page_id=663"},"modified":"2021-08-19T12:02:53","modified_gmt":"2021-08-19T10:02:53","slug":"hintergrund","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/old.studieren-ohne-grenzen.org\/ru\/projekte\/afghanistan\/hintergrund\/","title":{"rendered":"Hintergrund"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h3>Hintergrund<\/h3>\n<p>In den deutschen Medien wird viel \u00fcber Afghanistan berichtet; insbesondere die Beteiligung deutscher Soldaten und Soldatinnen an der ISAF-Mission ist ein aktuelles Thema. Leider wird selten auf die Bildungsproblematiken oder auf die Bildungschancen in diesem vom Krieg versehrten Land eingegangen. Afghanistan ist ein sehr junges Land, knapp die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung ist j\u00fcnger als 15 Jahre. Dies allein zeigt, wie wichtig eine gute Bildungssituation f\u00fcr Afghanistan ist, denn diese jungen Menschen werden in wenigen Jahren das Land formen und gestalten. Damit dies erfolgreich geschehen kann, ist eine solide und fachlich fundierte Ausbildung unabdingbar.<\/p>\n<ul class='gdl-toggle-box'>\n<li class=''>\n<h2 class='toggle-box-title'><span class='toggle-box-icon'><\/span>Mehr \u00fcber die Hintergr\u00fcnde Afghanistans erfahren<\/h2>\n<div class='toggle-box-content'>\n<h4>Bildungssituation<\/h4>\n<p>Die Bildungssituation in Afghanistan ist derzeit sehr schlecht; die Analphabetenrate ist mit ca. 70 Prozent im internationalen Vergleich sehr hoch. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die bildungspolitische Geschichte Afghanistans erstaunlich. Bereits 1904 \u00f6ffnete die erste s\u00e4kularisierte Schule nach westlichem Vorbild ihre Tore. 1932 wurde die erste Universit\u00e4t in Kabul gegr\u00fcndet. Insbesondere in den gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten Afghanistans wie Kabul und Herat erreichte das Bildungswesen Ende der sechziger Jahre mit der Gr\u00fcndung zahlreicher Schulen und der gleichberechtigten Teilnahme von Frauen und M\u00e4nnern an Vorlesungen seinen vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt. Mit dem Sturz des K\u00f6nigs Zahir Schah 1973, der Ausrufung der Republik, dem beginnendem B\u00fcrgerkrieg und der russischen Invasion im Jahr 1979 flohen viele Intellektuelle in Nachbarl\u00e4nder oder starben im Krieg. Sowohl die Zerst\u00f6rung der Infrastruktur als auch die Erosion der Staatlichkeit beschleunigten den Prozess des Zerfalls des Bildungswesens. Auch das aufgezw\u00e4ngte russische Bildungssystems f\u00fchrte zu einem R\u00fcckgang der Einschreibungen an Schulen und Universit\u00e4ten und trug zu einer weiteren Entfernung der Afghanen von ihrem einstigem Bildungspotential bei. Mit der Machtergreifung der Taliban im Jahr 1996 wurde es Frauen verboten, die Schule zu besuchen. Bildung wurde fortan haupts\u00e4chlich von Koranschulen, sogenannten Madrassen, bereitgestellt und beschr\u00e4nkte sich auf die Lehre des Korans und einfache Lese-, Schreib- und Rechenkenntnisse. Die Bildungssituation hat sich seit dem Sturz der Taliban 2001 substantiell verbessert. Momentan sind circa 7 Millionen Sch\u00fcler in den afghanischen Schulen eingeschrieben, 37 % davon sind M\u00e4dchen.<\/p>\n<h4>Ein Vielv\u00f6lkerstaat<\/h4>\n<p>Afghanistan ist ein multiethnischer und vielsprachiger Staat. Es werden circa 49 verschiedene Sprachen gesprochen. Die beiden gro\u00dfen Landessprachen Dari und Paschtu sind als offizielle Amtssprachen anerkannt. Die Paschtunen sind die gr\u00f6\u00dfte ethnische Gruppe in Afghanistan und machen etwa 42 % der Bev\u00f6lkerung aus, gefolgt von den Tadschiken, welche 27% der Bev\u00f6lkerung repr\u00e4sentiert. Es gibt weitere gro\u00dfe ethnische Gruppen wie beispielsweise die Aimaken, Turkmenen, Hazara, Usbeken oder auch das Nomadenvolk der Kuchi. Diese ethnische Vielfalt ist auch von der willk\u00fcrlichen Grenzziehung der englischen Kolonialisierung bedingt; beispielsweise wird durch die Durand-Linie zwischen Afghanistan und Pakistan das Siedlungsgebiet der Paschtunen geteilt.<\/p>\n<h4>Gesellschaft<\/h4>\n<p>Das Fehlen einer intellektuellen Elite und eines nur schwach ausgepr\u00e4gten B\u00fcrgertums in Afghanistan f\u00fchrt zu einem Mangel an qualifiziertem Nachwuchs in Afghanistan. Doch nur mit gut ausgebildeten und effizienten Strukturen und erfolgreichen Unternehmen kann wirtschaftlicher Fortschritt und eine sp\u00fcrbare Verbesserung der Lage der Menschen erreicht werden. Daher wollen wir die Gestalter von morgen f\u00f6rdern, um nachhaltigen Wohlstand zu erm\u00f6glichen.\n<\/p><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hintergrund In den deutschen Medien wird viel \u00fcber Afghanistan berichtet; insbesondere die Beteiligung deutscher Soldaten und Soldatinnen an der ISAF-Mission ist ein aktuelles Thema. Leider wird selten auf die Bildungsproblematiken oder auf die Bildungschancen in diesem vom Krieg versehrten Land eingegangen. Afghanistan ist ein sehr junges Land, knapp die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung ist j\u00fcnger als 15 Jahre. Dies allein zeigt, wie wichtig eine gute Bildungssituation f\u00fcr Afghanistan ist, denn diese jungen Menschen werden in wenigen Jahren das Land formen und gestalten. 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